Teamberater / Teamentwickler „insight“

Verfasst von am 25. Februar 2015 in Allgemein

Die Zertifikate wurden unter allgemeinen Applaus ausgehändigt, das Sektglas zum „toast“ erhoben und dann war Schluss.

Damit war die erste Teamberater / Teamentwickler Weiterbildung der Trainergemeinschaft Berlin für die Teilnehmer, die Lehrtrainer und mich in meiner Doppelrolle als teilnehmenden und unterstützenden Praktikanten erfolgreich abgeschlossen. Über fünf Monate hatten wir uns als Gruppe gefunden, gefestigt und meiner Meinung nach hervorragend ergänzt. Das lag insbesondere an den unterschiedlichen Teilnehmern mit verschiedenen professionellen Hintergründen. Eine „bunt gemischte“ Truppe aus aktiven Trainern, Führungskräften, Organisationsberatern und Coaches mit weitreichendem Spezialwissen und Kompetenzen sorgte für kommunikativen Austausch in einer lernfördernden Atmosphäre. Gerade diese Heterogenität sorgte für dynamische Diskussionen und konstruktiven Erfahrungsaustausch, von dem alle Partizipierenden profitierten.

Meine Highlights der Module

I

Die Weiterbildung umfasste fünf hochspannende Module, die von ihrer Herangehensweise mit der inhaltlichen Auseinandersetzung der Thematik und ihrer Gestaltung mit praktischen Methoden und Instrumenten zur Teamentwicklung, verschiedener nicht hätten sein können. Schon in der Warm-up Phase des ersten Moduls wurde ersichtlich, dass wir uns als Gruppe pragmatisch ergänzen und ein positives Miteinander gestalten können und wollen. Neben dem wissenswerten theoretischen Input zu Teams, den Teamentwicklungsphasen und der Einbindung von Cohns TZI Modell, war meinem Empfinden nach, die Thematik der Auftragsklärung am interessantesten. Ich hatte mir noch nie Gedanken über Besonderheiten bei einer Bedarfsanalyse gemacht. Methodische Highlights waren für mich die knackigen Spielchen während den Pausen, die einfach universell einsetzbar sind und Power und Motivation auch nach dem Suppenkoma entstehen lassen.

II

TE 1 3Dem zweiten Modul lag die Thematik der Teamdiagnose zu Grunde. Hochspannend war die Transformation des Bronfenbrenner- Modells der Makro- Meso- und Mikroebene auf Organisations- Team- und Individuumebene. Des Weiteren wurde eine reale Fallstudie dezidiert bearbeitet und diagnostiziert und in Kleingruppen vorgestellt. Für mich selbst bestand der große Vorteil darin, anhand eines Echtfalls, wirklich praxisbezogene Realität zu erfahren. Das Sahnehäubchen bildete die Auseinandersetzung und Anwendung des fundierten quantitativen Erhebungsverfahrens „Fragebogen zur Arbeit im Team“ (FAT). Der abschließende Teamabend mit Eventkochen war für jeden Teilnehmer ein besonderes Erlebnis.

III

Das dritte Modul stand unter dem Zeichen der Interventionskonzepte und Prozessgestaltung in der Teamentwicklung. Inhaltlich wurden spannende Themenfelder, wie Strategieentwicklung, Prozessmapping und Kraftfeldanalysen bearbeitet. Das Modul beeindruckte mich durch die unglaubliche Vielfalt an Interventionsmethoden, die im Seminar explizit erklärt und praktisch angewendet wurden. Somit konnte ich persönlich mein Portfolio an Methoden, von den „blinden Formen“, über das „Lego-Projekt“ hin zur „Flussüberquerung“ um ein vielfaches erweitern.

IV

TE1 2

Das vierte Modul hatte es besonders in sich. Teamdynamik und Teamkonflikte waren der Gegenstand des Seminars. Dieses Modul wurde von mir mit Spannung erwartet und konnte meine Vorfreude schon nach den ersten Stunden bestätigen. Nach der Inputphase zum Umgang mit Konflikten in der Rolle des Teamberaters, wurden vielversprechenden Methoden zur Moderation von Konfliktthemen, beispielsweise die Harvard-Prinzipien vorgestellt. Mein persönliches Highlight war definitiv das ganze Thema rund um Soziometrie und Gruppendynamik, die einerseits durch eine lebhafte Diskussion auf der Meta-Ebene beleuchtet, andererseits jedoch auch in einem faszinierenden, intensiven Selbstversuch der Seminargruppe praktiziert wurde.

V

IMG_2407Da ich selbst ein großer Fan von spielerischen Gruppenaktivitäten bin, war mein persönliches Highlight am Anfang des Seminartages die Durchführung des „Spinnennetzes“ als Gruppe. Das fünfte Modul gestaltete sich neben diesen spielerischen Aktivitäten als anspruchsvolle Herausforderung für alle Teilnehmenden. Jeder schilderte einen Echtfall, oder eine Situation aus dem tatsächlichen Arbeitsalltag und erstellte ein ganzheitliches Konzept des Teamentwicklungsprozesses. Anschließend wurden in kollegialer Fallberatung mit Einbezug der Lehrtrainer, Tipps und Ratschläge zu der Herangehensweise eingebracht. Nachdem alle offenen Fragen beantwortet waren und Seminargruppe und Lehrtrainer ein ausführliches Feedback erhalten hatten, gab es einen emotionalen Abschied. Den Rest kennen Sie: Die Zertifikate wurden unter allgemeinen Applaus ausgehändigt, das Sektglas zum „toast“ erhoben und dann war Schluss.

– Lorcan Carey